|
Erfinderpreis 2007 - Und der Sieger ist… die Ölindustrie!
Begründung:
Am 9. November dem Geburtstag von Hedy Lamarr wird jährlich der Tag der Erfinder www.tag-der-erfinder.de gefeiert. Ein letztes Jahr erstmals vergebener Erfinderpreis zeichnet dabei besondere Erfinder aus, oder eben auch Menschen oder Organisationen die außerordentliches für Erfinder und die Erfinderlandschaft tun oder getan haben.
"Die diesjährige Wahl ist sicher erklärungsbedürftig," stimmt Initiator Gerhard Muthenthaler zu, aber, "Aber umso einleuchtender, wenn erst mal erklärt. Einer der größten Bremser für Erfindungen im Bereich der ‚Greenventions' der grünen Technologien war bisher das Konkurrenzprodukt Öl. Je teurer dieses wird, desto schneller amortisieren sich umweltfreundliche Alternativen."
Viele Menschen werden durch das tägliche Übel motiviert über Alternativen nachzudenken. Zu Zeiten wo Al Gore einen Nobelpreis für die Thematisierung der Klimaerwärmung bekommt, multiplizieren sich somit die Faktoren die einen fruchtbaren Boden für ökologisch und ökonomisch sinnvolle Erfindungen bereiten.
Aber nicht nur die Zahl der Erfindungen im angesprochenen Bereich steigt signifikant, auch die Chancen mit diesen Patenten gutes Geld zu verdienen. Technologieführer im Bereich Solarenergie, Windkraft, nachwachsende Rohstoffe und Co verbreiten täglich neue Erfolgsmeldungen. Diese Unternehmen wissen um die Wichtigkeit von Schutzrechten.
Damit schafft ein hoher Ölpreis, was unserer Vernunft jahrelang nicht gelungen ist: Wir grübeln darüber nach mit welchen Mitteln wir an Energie und Rohstoffe abseits des ungeliebten Öls kommen. Und im Nachgrübeln haben schon viele gute Erfindungen ihren Anfang genommen.
Die Jury, Berlin am 9. November 2007
Jimmy Wales (Wikipedia) erhält den Erfinderpreis 2006
Begründung:
Jimmy Wales hat mit dem von ihm gegründeten Projekt Wikipedia in vielerlei Hinsicht die überzeugendsten Leistungen als Erfinder gebracht.
Er hat sein eigenes Vermögen in eine Idee gesteckt, die mehr von einer Vision getragen war als von wirtschaftlichem Gewinnstreben. Auch wenn das nicht primär die Verpflichtung eines Erfinders ist, hat es im konkreten Fall erst zum Erfolg geführt. Nur für eine freie Enzyklopädie konnten sich so viele Menschen zur freien Mitarbeit begeistern.
Die praktische Anwendbarkeit der Erfindung spüren die meisten Mitglieder der Jury im täglichen Leben. Jimmy Wales (und zahlreichen Wikipedianern in seinem Windschatten) ist es gelungen eine Internetseite zu schaffen, die nicht interessant, spannend oder trendy ist, sondern schlicht und einfach praktisch.
Über den wirtschaftlichen Erfolg der Idee kann sich Wales dennoch freuen, indem er parallel zu Wikipedia mit verwandten aber gewinnorientierten Projekten erfolgreich ist.
Wo andere Erfinder zuerst daran denken, dass ein Patent ihnen alle möglichen Rechte sichert und sie zum Erfolg führt, hat Wales bewiesen, dass neue Technologien wie das Internet auch neue Denkansätze bei der Realisierung von Ideen erfordern. Freie Inhalte statt Patent.
Der Weg den Jimmy Wales mit seiner Vision gegangen ist, ist nur auf die wenigsten Ideen anzuwenden. Schutzrechte in irgendeiner Form haben für viele Erfinder ihre Berechtigung. Der Preis gebührt ihm nicht zuletzt gerade deshalb, weil er zusätzlich zu einer neuen Idee auch neue Wege zur Verwirklichung beschritten hat und sich als großes Vorbild für viele Erfinder empfiehlt.
Die Jury, Berlin am 9. November 2006
|